Die Ukraine ist bereits atomwaffenfähig und könnte auf Russland antworten

Sönke Paulsen, Berlin

Die ukrainische Anti-Schiffsrakete Neptun, hatte die Russen kalt erwischt und stammte aus ukrainischer Produktion. Der Effekt war bemerkenswert. Das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, die Moskwa, wurde getroffen und versenkt.

Übereinstimmende Quellen berichten darüber hinaus, dass die Russen bei ihrer ersten großen Angriffswelle nur wenige der S-300 Raketensysteme, von welchen die Ukraine hunderte besitzt, zerstören konnten. Probleme gab es dabei mit russischen Raketen, die nicht nur zielungenau waren, sondern sich auch teilweise selbst zerstörten.

Hätten die Russen nicht dieses riesige Raketenarsenal unterschiedlicher Bauart und Bauzeit, teils aus Sowjetzeiten, wären sie wohl bald blank. Das ist jedoch nicht zu erwarten.

Aber wie sieht es mit dem ehemaligen Sowjetstaat Ukraine aus, der Mitte der Neunziger seine Atomwaffen an Russland abgegeben hat und dafür von Moskau eine „Nicht-Angriffs-Garantie“ bekam?

Die Glaubwürdigkeit russischer Verträge, wollen wir hier nicht besprechen. Sie liegt ohnehin bei null. Wichtiger ist, ob die Ukraine innerhalb kurzer Zeit ein atomares Zweitschlagpotential organisieren kann, wenn Russland seine taktischen Nuklearwaffen gegen das Land einsetzen will.

Hier bestehen tatsächlich reale Chancen, mit Hilfe der USA relativ schnell und unauffällig ein Zweitschlag-Potential aufzubauen, das nukleare Sprengköpfe bis 4,5 Kilotonnen umfassen könnte. Theoretisch müssten man ein Raketensystem wie die KH 102, die atomwaffenfähig ist und Mittelstreckenpotential hat, unter den Schutz von S 300 Systemen stellen können, die übrigens in einer Variante ebenfalls Atomsprengköpfe tragen können.

Die Ukraine hat bereits bewiesen, dass ihre Raketen bis Briansk reichen, das in Russland auf halber Strecke zwischen Moskau und Kiew liegt. Dort wurden bereits Treibstofflager und Munitionsdepots zerstört. Für Helikopter oder Kampfflugzeuge der Ukraine eigentlich schon zu weit weg von den Stützpunkten und zu riskant. Auch wenn Moskau und Kiew sich nicht äußern, dürften hier Raketen mit einer Reichweite von mindestens 300 Kilometern eingesetzt worden sein.

Es ist davon auszugehen, dass ein Teil dieser Raketen auch nukleare Sprengköpfe tragen können.

Nebenbei bemerkt sind die amerikanischen Haubitzen, von denen derzeit dutzende an die Ukraine geliefert werden mit einem Kaliber von 155 mm auch in der Lage Atomgranaten über eine Entfernung von mindestens 30 Kilometern zu verschießen. Sie wären also bei entsprechender Munition ebenfalls fähig Gegenschläge gegen die russische Armee zu führen. Die Explosionen könnten atomare Wüsten von wenigen tausend Metern Durchmesser verursachen, würden aber analoge Auswirkungen einschließlich des radioaktiven Fallouts haben. Russische Städte wie Belgorod könnten von 155mm-Haubitzen atomar beschossen werden, was der Bevölkerung dort sicher nicht gefallen würde.

Fazit:

Ein atomares Potential könnte in der Ukraine schnell und unauffällig installiert werden, wenn es nicht schon verdeckt geschehen ist. Damit wäre die Ukraine in der Lage, auf einen atomaren Angriff Russlands zu antworten. Die Antwort könnte auch grenznahe russische Städte, wie Belgorod betreffen. Einzelne Trägersysteme der Ukraine könnten sogar tief in das russische Hinterland eindringen und dort atomare Explosionen verursachen. Russland kann sich also nicht sicher sein, eine atomar wehrlose Ukraine angegriffen zu haben. Mit jeder Kriegswoche wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Ukraine über atomare Sprengköpfe und Granaten und die entsprechenden Träger- und Artilleriesysteme verfügt.

spaulsen

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